Neujahrsauftakt
Wie fängt das Neue Jahr für einen Musikverein gut an? Wenn man von der Bühne aus auf ein erwartungsvolles Publikum blicken kann, das die Halle fast füllt. Wenn der Dirigent den Musikantinnen und Musikanten das Gefühl vermittelt, dass - auch wenn das Hauptwerk die Messlatte wieder ein Stück nach oben geschoben hat und nicht alle Sechzehntelläufe perfekt sitzen - dass sie das Werk mit der richtigen Energie und Begeisterung spielen können. Oder auch: wenn man einem seiner Ehrenmitglieder eine Freude machen und genau an diesem Tag musikalisch zum Geburtstag gratulieren darf.
Gemeinsam mit der Ortsgemeinde Altenrhein hatte die MG Altenrhein-Staad am Samstag, 03. Januar 2026, erneut zum Neujahrsauftakt in die Turnhalle Altenrhein eingeladen. Simon Diezi, Präsident der politischen Gemeinde Thal, betonte in seiner Neujahrsansprache die Wichtigkeit des Miteinanders. Gemeinsam den Rhythmus zu spüren und ihn zu leben, sei in der Gesellschaft ebenso wichtig wie in der Musik.
Das anspruchsvolle musikalische Programm wurde mit „On Fire“ von Michael Geissler eröffnet. Danach zeigte Gian Signer als Solist auf der Querflöte sein Können mit dem Stück „Sketches for Flute“ von André Waignein. Mit der „Alvamar Overture“ von James Barnes wird die MG Altenrhein-Staad am Eidgenössischen Musikfest in Biel antreten. Diese erste Aufführung war eine gelungene Standortbestimmung. „Full of Beans“ (auf deutsch in etwa „voller Tatendrang“ oder „aufgekratzt“) von Thiemo Kraas gefiel mit lustigen musikalischen Einfällen. Severine Peng und Simon Keel boten eine gelungene Interpretation des Duetts „Shallow“ aus dem Film „A Star is Born“. Das Hauptwerk hatte Dirigent Christoph Kling als Höhepunkt ans Ende des Konzertes gesetzt. „Fire in the Blood“ von Paul Lovatt-Cooper verlangte vom Orchester noch einmal volle Konzentration. Der Energie der rasanten Läufe, triumphierenden Fanfaren und eindringlichen Melodien konnte sich niemand entziehen. In der Zugabe „Im Weissen Bräuhaus“ von Stephan Hutter kamen noch zwei Biergläser als Rhythmusinstrumente zum Einsatz. Und den traditionellen Schlusspunkt setzte der Radetzky-Marsch. Wie fängt das Neue Jahr für einen Musikverein gut an? Wenn jeder im Verein sich für den Verein einsetzt, sich nach dem Konzert sofort um den Apéro kümmert, die Bühne aufräumt, Stühle stapelt, den Boden fegt… Das Jahr fängt gut an - miteinander.
